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Sonntag, 22. August 2010

Man sieht sich Österreich!

Ich weiß nicht, ob es an meinen persönlichen Vorlieben liegt oder einfach eine Tatsache ist: Die österreichische Küche ist nichts für Kalorienzähler.
Glücklicherweise gehöre ich nicht zu "denen" und kann daher ein sehr positives Fazit aus meiner Österreich-Station ziehen.
Ich hatte mir viel vorgenommen. Leider habe ich manche Gerichte wie den Käsdönnala nicht geschafft zu kochen. Sie haben jedoch einen prominenten Platz auf meiner "Noch-zu-Kochen"-Liste erhalten. Die Dampfnudeln hingegen sind leider so verunglückt, dass ich sie nicht gewagt habe, sie euch hier vorzustellen. Lecker waren sie trotzdem.

Ein großes Plus der österreichischen Küche: Sie ist sehr käselastig. Auch viele Käsegerichte haben es leider nur auf die "Noch-zu-Kochen"-Liste geschafft. Auch mein Magen hat seine Grenzen und all diese Gerichte in zwei Wochen durchzuprobieren, hätte uns an den Rand der Fettleibigkeit gebracht.
Ich verabschiede mich deshalb nur vorläufig von Österreich und komme bestimmt zu ein paar Koch-Stippvisiten wieder!

Donnerstag, 19. August 2010

Falsches Wiener Schnitzel

Ich weiß gar nicht, ob es sich bei meinem vorgestrigen Gericht um ein Original-Rezept handelt. Ich habe es zwar bei Essen & Trinken in der Kategorie Österreich gefunden. Trotzdem vermute ich hinter dem Leberkäse Wiener Art eher eine Variation des Wiener Schnitzels :-) Macht aber nichts - es schmeckte nämlich super. Zusammen mit den Bratkartoffeln aus dem Kleinen Kuriositätenladen eine furchtbar leckere und furchtbar fettige Angelegenheit.

Zutaten für 2 Personen:

  • 3 Scheiben Leberkäse
  • 1 Ei
  • Mehl und Semmelbrösel zum Panieren
  • 5 EL Schmand
  • 1 TL scharfer Senf oder auch grobkörniger Senf
  • 1 EL Gewürzgurkensud
  • 2 EL Petersilie - fein gehackt
  • Salz, Pfeffer und Zucker


Zubereitung des Schmand-Senf-Dressings
1) Schmand, Senf, Gewürzgurkensud und Petersilie vermischen. Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Im ursprünglichen Rezept steht noch ein gekochtes Ei - es schmeckt auch ohne, man kann es aber feingehackt untermischen.

Zubereitung des Leberkäses
1) Ei in einem Teller verschlagen. Mehl und Semmelbrösel jeweils auf einen Teller geben. Leberkäse erst in Mehl, dann im Ei und dann in den Semmelbröseln wenden.
2) In einer mit reichlich Öl gefüllten Pfanne von beiden Seiten goldbraun braten.


Die Bratkartoffeln habe ich übrigens mit roten Zwiebeln gemacht. Ich fand es hübsch :-)

Dienstag, 17. August 2010

Sauce reicht auch

Da habe ich euch gestern die Beilage vorgestellt, aber vielleicht hätte ich mit dem echten österreichischen Gericht, dem Kalbsrahmgulasch beginnen sollen.
So richtiges Kalbsrahmgulasch war es aber auch nicht, da es beim Fleischer meines Vertrauens nur Rind gab. Das tat aber dem Geschmack, soweit ich das beurteilen kann, keinen Abbruch. Aber um ehrlich zu sein: Auf das Fleisch hätte ich verzichten können, die Sauce war so gut, die hätte mir auch gereicht.

Zutaten für 4 Personen:
800 g Rindergulasch
Salz
Pfeffer
2 Tl edelsüßes Paprikapulver
1 gestr. El Mehl
2 mittlere Zwiebeln - fein gehackt
50 g Butter
200 ml Weißwein
250 ml Fleischbrühe oder Gemüsebrühe
200 ml Schlagsahne
1 Bund Schnittlauch - hatte ich vergessen zu verkaufen, gab es deshalb nicht - ansonsten in Röllchen
125 g Schmand - für Kalorienbewusste: Schmeckt ohne genauso gut

Zubereitung

  • Das Fleisch in einer Schüssel salzen und pfeffern. Mehl mit dem Paprikapulver mischen und mit dem   Fleisch vermischen.
  • Butter in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebeln darin anbraten, bis sie glasig sind. Das Fleisch hinzugeben und einige Minuten anbraten.
  • Mit dem Weißwein und der Gemüsebrühe ablöschen, kurz umrühren und 25 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Den Deckel dabei leicht geöffnet lassen.
  • Die Sahne hinzugeben, aufkochen und weitere 25 Minuten offen köcheln lassen.
  • Das Gulasch mit Salz und Pfeffer würzen und den Schnittlauch dazugeben.

Mit Schmand und Reis servieren, oder auch mit dem Karottenbrot von gestern, wenn es nicht mehr so süß ist :-)

Donnerstag, 12. August 2010

Kaffee, Kaffee, Kaffee

Mein bester Freund ist mein Kaffeevollautomat von DeLonghi. Ich liebe ihn, denn er versorgt mich zuverlässig rund um die Uhr mit Kaffee. Nach besonders üppigen Abendessen auch mit einem schönen Espresso. Der Kaffee ist kräftig, sein Milchschaum fest und stabil - kurzum ist er der perfekte Gefährte.

Wie ihr seht, ist mein Interesse und meine Liebe zu einem guten Kaffee groß. Die italienischen und französischen Kaffeeeigenarten sind mir auch wohl vertraut. Österreich besuchte ich das letzte Mal als Kind - das Interesse an dem braunen Gebräu hielt sich damals noch in Grenzen und so ist es auch mit meinem Wissen darüber. Lediglich den Begriff Brauner meine ich schon mal gehört zu haben - darunter vorstellen kann ich mir wenig.
Und da dieser Blog meine Wissenslücken schließen soll und ich mir Sachen, die ich einmal aufgeschrieben habe, besser merken kann, folgt eine kleine Warenkunde.

 
 Schwarzer (klein und groß)
Wird auch Mokka genannt und ist schwarzer Kaffee, der wie Espresso hergestellt wird. Allerdings wird der Kaffee länger extrahiert, sodass die Gerbstoffe, die man im Espresso nicht findet, hier enthalten sind. Ein Schwarzer wiegt 7,5 g - das ist in Österreich so vorgeschrieben. Und wir sagen, Deutschland sei bürokratisch.



Brauner (klein und groß)
= Schwarzer mit Kaffeeobers, in unseren Breiten wohl Sahne?

Verlängerter
Mit doppelt so viel heißem Wasser gekochter Schwarzer oder Brauner

Melange
= Verlängerter mit derselben Menge heißer Milch und Milchschaumhaube. Laut Wikipedia ähnlich einem Cappucino. Gibt es hier Einspruch von Österreichischer Seite?

Kapuziner
= kleiner Mokka mit ein wenig Sahne. Klingt für mich nach Espresso Macchiato, den ich furchtbar gerne trinke.

Einspänner
Mein absoluter Favorit, nicht nur wegen des Namens, sondern wegen der Geschichte dazu.
Einspänner = großer Schwarzer im Glas mit sehr viel Kaffeesahne  und Staubzucker.
Normalerweise wird der heiße Kaffee durch die kalte Sahne hindurch getrunken. Das ist praktisch für die Kutschenfahrer im alten Wien, die sich an dem heißen Kaffee die Hände wärmen konnten. Dieser blieb nämlich durch die dicke Sahneschicht besonders lange warm. Musste die Fahrt aber schnell losgehen, konnte der pfiffige Kutscher die Sahne im Kaffee verrühren und schnell trinken.





Mittwoch, 11. August 2010

So ein Käse

Ich liebe Süßes. Als Kuchen, Dessert oder gerne auch mal zwischendurch. Nur um süße Hauptspeisen mache ich einen großen Bogen. Milchreis und Grießbrei können mich nicht locken. Deshalb spricht es für die österreichische Küche, dass ich gleich drei (!) süße Hauptgerichte zum Nachkochen ausgesucht habe. Kaiserschmarrn gehört natürlich dazu. Ein interessantes, herzhaftes Gericht, dass ich in diesem Zusammenhang gefunden habe, ist der Käseschmarrn.

Zutaten für 1 Person:
3 EL Mehl
1/8 l Milch
1 Prise Salz
2 Eier
50g Butter oder Butterschmalz
Parmesan nach Geschmack
100 g Emmentaler, Edamer, Bergkäse oder ein anderer würziger Käse - klein gewürfelt


Zubereitung
Mehl mit Milch und Salz vermischen. Die Eier hinzugeben und grob untermischen. Nicht vollständig verquirlen.
Butter in der Pfanne erhitzen. Die Mehl-Ei-Masse dazugeben und wie einen Eierkuchen von beiden Seiten braten und dann grob zerteilen.


Den gewürfelten Käse und Parmesan darüber geben und schmelzen lassen. Dabei nicht zu viel rühren.


Dazu passt Salat.

Dienstag, 10. August 2010

Es startet mächtig

Einmal die Woche wird Kuchen gebacken, den ich mit zur Arbeit oder zu Uni nehmen kann. Österreich ist ja ein Kuchen- besser gesagt Tortenparadies. Es fiel mir also nicht schwer, ein entsprechendes Exemplar für diese Woche auszuwählen. Nach dem Motto "Klotzen nicht kleckern" stand eine Sachertorte auf dem Programm.
Na gut, es ist keine richtige Sachertorte - sowas traue ich mir dann doch nicht zu. Es ist ein Schokoladenkuchen Sacher Art, den ich in der umfangreichen Österreich-Rezept-Sammlung der Küchengötter gefunden habe.

Zutaten für eine 24cm Springform oder eine quadratische Brownieform
  • 200 g Halbbitterschokolade- gehackt und geschmolzen
  • 1 Prise Salz
  • 100 g Zucker
  • 200 g weiche Butter
  • 100 g Puderzucker
  • 75 g gemahlene Mandeln
  • 75 g Mehl
  • 150 g Aprikosenkonfitüre - erhitzt
  • 200 g Zucker
  • 200 g Halbbitterschokolade - gehackt
  • Fett und Kakao für die Form

Zubereitung
1) Eier trennen. Eiweiß mit Salz steif schlagen und nach und nach den Zucker dazugeben.

2) Eigelbe, Puderzucker, Butter und die geschmolzene Schokolade cremig rühren. Die Hälfte des Eiweißes unterheben. Mehl und Mandeln mischen und unter die Mischung geben. Den Rest des Eiweißes unterziehen.

3) Teig in eine gebutterte und mit Kakao ausgekleidete Form geben und bei 180°C im Ofen 1 Stunde backen.

4) Kuchen kurz abkühlen lassen, aus der Form lösen und mit der erhitzten Aprikosenmarmelade bestreichen.

5) Zucker mit 125 ml Wasser zu Sirup verkochen. Das dauert ca. 5 Minuten. Die gehackte Schokolade im Sirup schmelzen und zu einer homogenen Masse verrühren. Den Kuchen mit der Schokoladenglasur überziehen.

6) Im Originalrezept steht, man solle die Glasur über Nacht fest werden lassen - der Kuchen schmeckt aber auch schon vorher :-)


Nicht über die quadratische Form des Kuchens wundern. Ich habe die Form seit einiger Zeit und habe festgestellt, dass sich quadratische Stücke besser zum Mitnehmen eignen, als die Dreiecke aus einer runden Form.
Und die Schokoladenflecken auf dem letzten Bild habe ich zur Illustration gelassen, um euch zu zeigen, wie schön schokoladig der Kuchen ist :-)

Sonntag, 8. August 2010

Wiener, Lafer und Kaiserschmarrn

Oliver Weber/ Pixelio
Meine höchst repräsentative Umfrage (9 Stimmen!) hat ergeben, dass die nächste Station auf meiner Reise Österreich sein soll.
Unser schönes Nachbarland Österreich habe ich lange nicht mehr besucht, aber da ich als Kind oft Urlaub dort gemacht habe, verbinde ich es mit schönen Erinnerungen - vor allem ans Essen. Ich war schon immer ziemlich aufs Essen fixiert und liebe die deftige Kost, die uns in sämtlichen Hotels vorgesetzt wurde. Eigentlich wäre Österreich ein schönes Reiseziel für viel kältere Temperaturen gewesen. So nutze ich die Chance und mache mich auf die Suche nach der leichten Küche Österreichs. Und was liegt da näher, als sich die Starköche des Landes mal näher anzusehen?
Mein erster Versuch vor einigen Monaten war leider nicht von Erfolg gekrönt. Sarah Wieners "Das große Sarah Wiener Kochbuch" hat mir überhaupt nicht gefallen. Die Gerichte waren mir entweder zu langweilig oder zu abgehoben.
Je nach dem wie ich morgen in der Bibliothek fündig werde, starte ich einen neuen Versuch. Auf jeden Fall auf meiner Liste steht jedoch Herr Lafer. Ich habe das Gefühl, alle Welt spricht über ihn und nur für mich ist er ein Koch aus dem Nachmittagsprogramm der ARD.